Entwickelt von Lars Gutzeit
Hypnospathie* ist das Versprechen an den Klienten, dass Hypnose verantwortungsbewusst zum Wohle des Klienten eingesetzt wird.
Nicht Show. Nicht Machtgehabe. Nicht Fremdsteuerung. Sondern klientenzentrierte Hypnose mit Haltung.
Der Hypnotiseur versteht sich in der Hypnospathie nicht als Magier oder Master, sondern als Mediator zwischen dem Unterbewussten und dem Bewussten. Ziel ist eine Hypnosearbeit, in der der Mensch im Mittelpunkt bleibt und Lösungen nicht von außen übergestülpt, sondern sauber erarbeitet werden.
Wofür Hypnospathie steht
- seriöse Hypnose ohne Showeffekte
- Freiwilligkeit und Sicherheit in Trance
- klientenzentrierte Lösungsfindung
- klare Abgrenzung zu Dominanz und Fremdsteuerung
- sichtbare Ethik und nachvollziehbare Haltung
Was ist Hypnospathie?
Vorab kurz auf den Punkt gebracht ist die Hypnospathie das Versprechen an den Klienten, dass der Hypnotiseur mit der Methode verantwortungsbewusst zum Wohle des Klienten arbeitet.
Warum ein eigener Begriff sinnvoll wurde
So entstand der Gedanke, diese Form der Hypnose anders zu benennen: nicht als Show, nicht als Machtinstrument und nicht als Bühne für den Hypnotiseur, sondern als helfende, verantwortungsbewusste Hypnose. Daraus wurde das Wording Hypnospathie.
Der Hypnospath als Mediator
Der Hypnotiseur wird in der Hypnospathie zum Mediator zwischen dem Unterbewussten und dem Bewussten. Er ist nicht der „Master“, der seine Sicht in Trance vorgibt, sondern derjenige, der einen sauberen Rahmen dafür hält, dass der Klient eigene Lösungen erkennen, zulassen und einordnen kann.
Der Wortbestandteil „Hypnos“ bleibt bewusst erkennbar. „Pathie“ steht hier sinngemäß für das helfende, auf Gesundung und Wohlergehen ausgerichtete Arbeiten. Die grundlegende Aussage lautet also: mit Hypnose helfen – ruhig, seriös und zum Wohle des Klienten.
Wissenschaftlich und professionell umgesetzt
Die Hypnotherapie wurde 2006 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für bestimmte Anwendungsbereiche wissenschaftlich anerkannt.
Der Wissenschaftliche Beirat beschreibt die Hypnotherapie als primär lösungsorientierte Behandlungsmethode. Zu den beschriebenen Grundprinzipien gehören die Nutzung individueller Merkmale und vorhandener Ressourcen sowie der Schutz unbewusster Prozesse. Das zugrunde liegende Menschenbild geht davon aus, dass der Mensch die Ressourcen für seine Veränderung bereits in sich trägt.
Hypnospathie setzt diese zentralen Grundprinzipien konsequent um. Sie arbeitet nondirektiv in freiwilliger, mittlerer Trance. Dein Klient bleibt bewusst am gesamten Prozess beteiligt, behält die Kontrolle über sein Erleben und die bearbeiteten Inhalte und entwickelt seine Lösung aus sich selbst heraus.
Die 10 Ethikgrundsätze der Hypnospathie
Die folgenden Punkte führen den vollständigen Kern der bisherigen Hypnospathie-Grundsätze weiter. Inhaltlich stehen sie für klientenzentrierte, seriöse Hypnose ohne Dominanzgehabe, ohne unnötige Show und ohne Fremdsteuerung.
1. Der Hypnotiseur ist Mediator
Der Hypnospath vermittelt zwischen unbewusster und bewusster Ebene. Er stellt das Wohl des Klienten vor sein Ego und arbeitet lösungsorientiert statt dominant.
2. Der Klient geht freiwillig in Trance
Hypnose geschieht ohne Überrumpelung, ohne Showeffekte und ohne Machtinszenierung. Die Schutzfunktion der Psyche wird respektiert.
3. Der Hypnospath wird nicht zum Berater
Die maßgeblichen Wahrheiten und Lösungen sollen im Klienten selbst entstehen. Eigene Meinungen, Ratschläge und Wertigkeiten bleiben beim Hypnotiseur.
4. Die Schlusssuggestion entsteht aus der Sitzung
Verankert wird idealerweise das, was in der Sitzung erarbeitet und als stimmig erkannt wurde. Vorgefertigte Suggestionen bleiben allenfalls allgemein und werden nicht zur Fremdlenkung missbraucht.
5. Vertraulichkeit gilt für beide Seiten
Sitzungswissen bleibt geschützt. Klientendaten, Themen und Wiedererkennung dürfen nicht leichtfertig nach außen getragen oder über öffentliche Kanäle verbreitet werden.
6. Interesse an schnellen und dauerhaften Erfolgen
Hypnospathie arbeitet fokussiert und verantwortungsvoll. Der Anspruch ist, tragfähige Ergebnisse in angemessener Zeit zu erreichen – nicht künstliche Dramatik zu erzeugen.
7. Einwandfreie persönliche Integrität
Wer öffentlich als Hypnospath auftreten will, muss menschlich und fachlich vertrauenswürdig sein. Gerade im Umgang mit Schutzbefohlenen und sensiblen Themen gelten besonders hohe Anforderungen.
8. Kein ausgeprägtes Cross-Selling in der Praxis
Die Hypnosepraxis ist kein Ort für sachfremde Verkaufsinteressen. Vertrauen des Klienten darf nicht zu einem Nebenschauplatz für andere Geschäfte werden.
9. Klassische Hypnoseelemente nur bewusst und gewollt
Klassische Elemente können vorkommen, aber nicht als unreflektierter Standard. Sie setzen Transparenz, ausdrücklichen Wunsch und verantwortliche Einordnung voraus.
10. Präsenz ist die Leitform der Hypnospathie
Hypnosen sollten idealerweise in einer Praxis vor Ort stattfinden. Online-Formate sind zurückhaltend zu betrachten und müssen unter Risiko- und Qualitätsgesichtspunkten eingeordnet werden
Hinweis zum aktuellen Hypnospathie-Verzeichnis
*Hypnospathie ist für mich weit mehr als eine Methode. Ich wende sie nicht nur an und bilde darin aus – ich lebe Hypnospathie. Daher kann ich das aktuelle Hypnospathie-Verzeichnis leider nicht als verlässliche Quelle zum Auffinden von Hypnotiseuren empfehlen, die tatsächlich nach den Ethik-Grundsätzen der Hypnospathie arbeiten.
Die derzeitige Zugangsvoraussetzung – ein „glaubhaftes Bekenntnis zur Methode“ – setzt leider kein fundiertes Erlernen der Methode mehr voraus. Ebenso sind fortlaufende Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie konkrete Kriterien für die Aufnahme in das Verzeichnis oder den Ausschluss daraus nicht transparent und öffentlich nicht nachvollziehbar.
Ob ein Hypnotiseur im aktuellen Verzeichnis geführt wird oder nicht, erlaubt daher derzeit keinen verlässlichen Rückschluss darauf, ob und in welcher Qualität er hypnospathisch arbeitet.
Stand: 26. September 2026


